Samstag, 13. August 2016

Gedanken zur Türkei

Im Getränkemarkt

Heute im Getränkemarkt gab es eine neue Bedienung. Eine Dame mittleren Alters, die ein blaues Kopftuch trug. Und zwar in der Art, wie es türkische Frauen zu tragen pflegen. Nur das blau war ein wenig auffällig. Ich weiß nicht ob das eine Bedeutung hat, aber es könnte so etwas wie ein politisches Statement sein. Wie auch immer, das ist nur eines der vielen Zeichen, die derzeit eine Veränderung anzeigen.

Ich glaube früher hätte die Frau an der Kasse kein Kopftuch getragen, inzwischen ist es ihr offensichtlich ein Bedürfnis. Dabei handelte es sich mit Sicherheit um eine Person die schon ziemlich lange in Deutschland lebt, denn ich konnte bei den paar Worten die wir gewechselt haben (23 Euro 95, Danke, Möchten Sie den Kassenzettel) kaum einen Akzent feststellen. Damit ist aber auch klar, dass es sich hier um eine Abgrenzung handelt: Seht her, ich bin eine Türkin und stolz drauf. Und damit stellt sich die Frage, warum das und warum jetzt?

Herr Broder hat die letzten Tage in einem Interview festgestellt, dass die Integration der Türken in Deutschland gescheitert ist. Ist sie das wirklich? Wenn wir uns mal in einem klassischen Einwanderungsland umsehen, z.B. den USA, dann erkennt man, dass dort jede Einwanderergruppe sich sowohl als Amerikaner als auch als Italiener, Iren oder sogar Deutsche fühlt (die letzteren bedingt durch zwei Kriege etwas versteckter)

Früher hätte die Bedienung versucht sich zu assimilieren um nicht als Türkin aufzufallen, was gleichbedeutend mit einer gewissen Rückständigkeit und Armut war. Immerhin war das der Grund für viele Türken nach Deutschland zu kommen. Und es kamen die aus den tatsächlich eher unterentwickelten Regionen des Landes und natürlich nicht - oder nur selten - die Vertreter einer stets vorhandenen urbanen Kultur, die Elemente aus dem untergegangenen osmanischen Reich mit in die Moderne brachte. Nach über 50 Jahren in Deutschland und zweifellosen Fortschritten im Heimatland (von denen einige derzeit wieder zurück gedreht werden) sind diese Menschen es leid immer weiter auf eine Teilhabe in unserer Gesellschaft zu warten. Und sie tun das, was Menschen in Ihrer Situation schon immer getan haben: Sie mache ihr Ding, so wie sie das für richtig halten.

Wer glaubt, dass unsere Gesellschaft das nicht aushalten kann, hat wenig vertrauen in deren Dynamik. Zu wenig. Wie bitteschön hatten wir uns denn die Integration vorgestellt? Sollte ein Türke es anstreben in einer Zwei-Kind-Familie ein Reihenhaus zu beziehen? Oder in Lederhosen und Gamsbarthut den Schuhplattler geben? Schützenvereine frequentieren und um die Königswürde ballern? Sicher werden sich für alle diese Fälle Beispiele finden. Meine türkischen Nachbarn haben sich aber für die Familie ein Dorfhaus gegenüber gekauft und wohnen mit der Großfamilie darin.

Als ich vor einigen Jahren Klassentreffen hatte erzählte ein Klassenkamerad über seine seltsame Beziehungskiste mit seiner Frau und deren Freund, der auch noch im Haus wohnte. Jeder dachte sich seinen Teil, aber Aysun war die einzige, die das auch formulierte und laut fragte, was er sich dabei eigentlich denke und das es so ja wohl nicht ginge. Meine Großmutter hätte ebenso reagiert.

Meine Großmutter ist übrigens noch jeden Sonntag mit einem Kopftuch in die Kirche gegangen. Da erscheint es mir sehr seltsam, dass es Heute eine Partei gibt, die einerseits die sechziger Jahre wieder zurück haben und andererseits meiner Bedienung im Supermakrt das Kopftuch verbieten will.

Also, meine lieben Christen, ich glaube unsere Gesellschaft ist stark genug diese Kopftücher auszuhalten bis zu dem Tag an dem wir wichtigeres zu tun haben als uns über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Migrantengruppen und den "Alteingesessenen" zu erregen. Wo letztere diesen Status meist auch nur seit weniger als 200 Jahren inne haben.

Türkische Geschäfte

Erst letzte Woche hatte ich es beruflich mit einigen türkischen Geschäftspartnern zu tun. Zu solchen Gelegenheiten schlage ich immer zwei Termine vor. Dabei vermeide ich Freitage, da viele meiner Kontakte auch aus muslimischen Ländern und Israel kommen, für die das bekanntlich bereits das Wochenende ist. Nicht so letzte Woche mit den Türken. Als wir uns also per Telefon trafen, viel mir auf, dass die Kollegen einigen Aufwand getrieben hatten um meinen Donnerstagstermin zu erfüllen. Daraufhin fragte ich nach um mich zu Entschuldigen, dass ich eventuell in deren Wochenende geplant hatte. Das wiesen die jungen Leute aber sogleich von sich mit den Worten: "Wir gehören nicht zum Nahen Osten, wir sind Europäer."

Ob diese das Selbstverständnis einer Mehrheit in der Türkei ist kann so eine Anekdote natürlich nicht beweisen, zumal es sich um eine Gruppe junger Leute aus der IT Branche handelte, die normalerweise eher international orientiert sind. Aber es wurde wenigstens mit Überzeugung vorgebracht.

Die Türkei und die EU

Damit wären wir bei der Frage der EU-Mitgliedschaft für die Türkei, die ja in letzter Zeit schwer gelitten hat. Mit Sicherheit muss jetzt erst einmal abgewartet werden was da eigentlich passiert und wie es weitergeht. Allerdings stößt es mir sehr schwer auf, dass jetzt natürlich genau diejenigen laut nach einer Beendigung der Verhandlungen rufen, welche die Türkei noch nie als Teil von Europa gesehen haben und deshalb auch nicht als EU Mitglied wollen. Für mich ist das ein gewaltiger Fehler. Es ist eine Sache die Türkei und ihre Menschen zum europäischen Kulturkreis zu zählen oder nicht. Jeder, der das aber überhaupt nicht einsehen kann und deshalb meint ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen zu müssen, müsste aber trotzdem einen wichtigen Punkt einsehen:  
Die Türkei wird in Zukunft entweder das Tor des Nahen Ostens nach Europa sein oder Europas Tor zum Nahen Osten. 
Ich glaube Dieser Satz macht in aller Kürze klar was die Konsequenzen für die europäische Sicherheitspolitik sind. Zukünftige Generationen werden entweder von Europa aus über die Türkei bis in die arabischen Staaten und den Kaukasus wirken können oder dasselbe wird umgekehrt passieren. Wer seine fünf Sinne beisammen hat und die Entwicklung in diesen Regionen beobachtet kann kaum wünschen, dass letzteres der Fall sein wird.





Samstag, 23. Juli 2016

Verschwörungstheorie und Religion

Beim Deuschlandfunk gibt es einen schönes Interview mit dem Blogger Michael Blume mit dem Titel: Die Angst vor Verschwörungen als religiöses Problem. Hier wird diskutiert, was mich ebenfalls bereits einige Zeit umtreibt. Kurz gesagt geht es darum, dass viele Verschwörungstheoretiker eher den Eindruck vermitteln, das sie eher einer Religion folgen als dass sie an irgend einer Wahrheit interessiert wären. Nur ist diese Religion eine Umkehr dessen was wir normalerweise von Religionen kennen: Das Böse beherrscht die Welt und man muss dagegen kämpfen.
Der Katalysator für die Verbreitung dieser Theorien ausgerechnet jetzt lässt sich simpel mit dem Internet erklären - wo sich diese Theorien ja auch am schnellsten verbreiten und - anders als früher - Gleichgesinnte sich schneller finden können.
Blume zieht eine interessante Parallele mit der Erfindung des Buchdrucks. Tatsächlich ist das für mich ebenfalls der Punkt in der Geschichte, der mit unserer Situation Heute am besten zu vergleichen ist. Denn im Vergleich zu davor führte das zu einer wahren Explosion der Informationsverbreitung. Information wohlgemerkt. Das heißt nicht etwa Wissen. Genau in die selbe Zeit fällt, nicht zufällig,  auch die Hexenverfolgung und eine Intensivierung von Judenpogromen.
Hier sieht Blume die Gefahr: Dass an allen Fronten derzeit Verschwörungsmythen auf dem Vormarsch sind und weil diese nicht mehr überprüfbar sind, aber gleichzeitig von ihren Verfechtern vehement als Wahrheiten verteidigt werden, tatsächlich die Demokratie an sich bedrohen.

Die bösen Politiker

Was ich besonders gerne lese, sind die reflexhaften Wasserglasstürme wenn Politiker sich die Diäten erhöhen. Was für jeden anderen in der Gesellschaft jedes Jahr zur Normalität gehört, gilt in der Bevölkerung als "Schweinerei", ja als grundsätzlicher Verstoß gegen die allgemeine Moral. Ich möchte gerne Wissen was Leute, die solches verbreiten, tun würden wenn man Ihnen solches mit denselben Begründungen verwehren würde.
Inzwischen gebe ich dazu nur noch einen Kommentar ab: Der Deutsche Bundestag hat ca. 600 Mitglieder und ist für das Wohlergehen von 80 Mio. Bundesbürgern zuständig. Das heißt jeder von denen ist im Schnitt für deutlich mehr als 100.000 Personen  verantwortlich. In der freien Wirtschaft würde eine solche Position leicht im sieben-stelligen Bereich vergütet.

 Ich habe selten gehört, dass jemand dort den Vorstandsvorsitzenden dieses Geld nicht gönnt. Obwohl es mit Sicherheit total überzogen ist. Aber das wäre dann ja mal eine sinnvolle Diskussion....

Erst BRExit, dann BREntrance?

OK, die Briten haben beschlossen nicht mehr Mitlgied sein zu wollen. Ist ja ihr Recht. Allerdings ist die Abstimmung jetzt gerade mal zwei Tage her und schon geht das Heulen und Zähneknirschen los. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in Kürze darüber nachgedacht wird, wie man den Ausstieg doch besser vermeidet.
Das ist erst der Anfang. Wenn in den nächsten Jahren dann wirklich ein Ausstieg kommt, dann könnte ich mir vorstellen, dass dann ganz schnell wieder von einem Einstieg die Rede sein könnte. Und was machen wir dann? Ja, nicht so schlimm, dann kommt eben wieder rein? Und dann geht dasselbe von vorne los?

Wir brauchen da eine Strategie! Denn wenn das zur Regel wird, dann werden alle paar Jahre irgendwelche Heinis drauf kommen, dass man jetzt gerad mal aussteigen könnte und dann bei Bedarf wieder aussteigt. Deshlab müssen Regeln her zu welchen Bedignungen ein Aussteiger wieder in die EU rein kommt. Und zwar nicht so einfach per Antrag. Viel besser!
Im Falle der Briten bietet es sich an da einige Bedingungen zu stellen, die sie bisherabgelehtn haben. So wurde z.B. in GB nie der Euro eingeführt. Aber damit nicht genug. Auch andere europäische Standards gelten dort nicht. Wie z.B. das metrtische System, das in Britannien bis zum heutigen Tage ignoriert wird. Also, als Wiedereintrittsbedingung schlage ich vor, dass wir das von einigen Bedingungen abhängig machen:
  1. Einführung des Euro
  2. Einführung des metrischen Systems
Über den Linksverkehr könnte man zusätzlich nachdenken, wenn es nicht all zu komlpliziert wird.

Das ganze ist keine Selbstzweck. Wir müssen ein Zeichen setzen und auch allen anderen klar machen, dass ein Austritt wirkliche Konsequenzen hat und danach nicht mehr so einfach rückgängig gemacht werden kann.

Freitag, 20. März 2015

Diskutieren lernen? Wozu denn?

Eine seltsame Verhaltensweise ist das. Da stellen sich Erwachsene Menschen hin und verweigern den Dialog. Mit der Presse, die sowieso "lügt", mit Politikern, die alle nur belügen und so weiter. Ganz besonders ausgeprägt war das beim Phänomen "Pegida", wo man beobachten konnte, dass Leute ganz bewusst nicht mit der Presse reden wollten.

Freitag, 11. April 2014

Wenn Verschwörungstheoretiker hetzen...

Das tun sie zwar öfter, aber hier haben wir es mal mit einem Exemplar zu tun, der es dann auch noch in seriöse Medien geschafft hat. Wie kam es dazu?

Freitag, 21. Februar 2014

St. Martin, Zigeunerschnitzel und Grüß Gott


El_Greco_-_San_Martín_y_el_mendigo
Unter diesem Titel erschien im letzten Jahr ein Blog von Jascha Huschauer, der ebenso eloquent wie stringent einige Tatsachen zurecht rückte, die in der allgemeinen Diskussion untergegangen sind. Für jeden, der um Aufklärung bemüht ist ein wahrer Segen, denn hier wurde belegt, worum es bei den Gerüchten eigentlich ging. Der Blog ist leider verschwunden, was die Wahrheit aber nicht weniger wahr macht.

Montag, 9. Juli 2012

Esowatch.com ist Psiram.com

Uff... Das war knapp. Nach gut zwei Wochen ist "Esowatch" wieder aufgetaucht. Man hat einfach den Namen gewechselt. Die Seite ist jetzt unter Psiram.com zu erreichen, einem Kürzel das nun für das gesamte Spektrum an beobachtetem Blödsinn steht (Pseudowissenschaft, Irrationale Überzeugungssysteme, Alternative Medizin).
Warum man uns, die treuen Leser, so erschreckt hat haben die Aktivisten leider nicht raus gelassen. Allerdings scheint das mit der anonymen URL zusammen zu hängen, die bekanntermaßen aus Hongkong stammte. Da scheint es Unstimmigkeiten gegeben zu haben.

Wie auch immer, Esowatch/Psiram ist wieder da und wird seine Tätigkeit fortsetzen.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Esowatch.com ist nicht erreichbar

Das ist keine gute Entwicklung. Seit einer Woche ist Esowatch.com nicht mehr zu erreichen. Der Blog und das Wiki haben mir schon oft dabei weiter geholfen, wenn es darum ging esoterische Umtriebe einzuordnen. Sollte der in Zukunft weiterhin fehlen, dann wird das ein echtes Problem, denn ganz besonders das Wiki ist von einer Qualität, die man ansonsten im Internet kein zweites mal findet.

Der Grund für die Abschaltung könnte darin liegen, dass der Blog zuletzt dazu aufgerufen hat einem Aufruf zu Folge, der eine Belohnung für eine Aussage gegen Dr. Klehr in Aussicht stellte. Das scheint mir nicht ganz Wasserfest zu sein und ich halte es für vorstellbar, dass solches juristisch anfechtbar ist. Wo diese Aufforderung allerdings herkommt, findet sich eine skurrile Webseite, auf der Richter beobachtet werden, insbesondere ein Hamburger Richter namens Buske. Wie die esowatcher darauf kamen auf so eine Seite zu verlinken entzieht sich mir.

Das fehlen von  esowatch.com wirft die Frage auf, wie man solche Ausfälle in Zukunft vermeiden kann. Sollte man nicht versuchen die Inhalte auf mehreren Servern zu verteilen oder zumindest das Wiki woanders zu hinterlegen als den Blog? Dann würde der wenigstens nicht abgeschaltet, wenn das durch ein Gericht angeordnet werden sollte. Die Daten des esowatch Wiki sind für mich jedenfalls sehr wertvoll und werden ja bereits auch von der Presse verwendet. Der Verlust ist ohne Zweifel ein herber.


Dienstag, 13. September 2011

Die Ziele der "Verschwörer"

Wenn man die Verbreiter von blödsinnigen Verschwörungstheorien verfolgt, dann endet man immer wieder an einem Ende: Bei rechtsradikalen Spinnern. Das heißt nicht, dass jeder Verschwörungstheoretiker ein Rechtsradikaler ist. Was mich aber schon lange beschäftigt, ist die Frage wie man vorsätzlich soviel Dummheit verbreiten kann.

Freitag, 9. September 2011

Die Vernunft hat schon so gut wie verloren

Ziel der Aufklärung war die Freiheit für all.
Der Traum der Aufklärer des 19. Jahrhunderts war es, das jeder das gleiche Recht hat sich zu äußern und jeder und ein jeder alles publizieren darf, was er für richtig hält. Das Ziel ist erreicht.
Und es hat einen Alptraum ausgelöst.
Jeder verbreitet sich über alles und die schlimmsten verbreiten geistigen Müll, den man nur noch als Gift bezeichnen kann.

Freitag, 25. Februar 2011

Argumentieren, aber richtig!

Ein Blogger namens Rincewind hat auf esowatch einige Thesen aufgestellt,die sich mit der Glaubwürdigkeit von Thesen der Homöopathie auseinandersetzen. Ich möchte das mal ganz allgemein für die Glaubwürdigkeit jedweder Behauptung aufarbeiten. Dabei übernehme ich die Themenbereiche von Rincewind.

Freitag, 14. Januar 2011

Von der Gefahr der Freiheit

Das Internet wird gerne als Medium hingestellt, das solche Dinge wie die bürgerlichen Freiheiten unterstützt. ist es nicht so, dass sich hier jeder informieren kann und jeder seine Informationen veröffentlichen kann, wie es ihm beliebt? Ein klassisches System der Unterdrückung hat es mit dem Internet schwer, es sei denn es findet einen Ausweg, wie das etwa in China der Fall ist: Man leitet die aufgestauten Aggressionen so um, dass es diejenigen trifft, die mit der eigentlichen Macht nichts zu tun haben.

Oder man verwässert die Informationen so lange, schickt auf Argument Gegenargument, auf Behauptung Gegenbehauptung, bis der Leser aufgibt und einfach nur noch das glaubt, was ihm plausibel erscheint.
Und darin liegt ein große Gefahr. Denn die Plausibilität wird ebenfalls ausgehöhlt, durch immer phantastischere Geschichten, die ebenfalls durch die Medien transportiert werden. Denn das, was wir tagtäglich konsumieren beeinflusst unser Bewusstsein.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Die wirkliche Wahrheit

Die tatsächliche und wirklich einzige Wahrheit gibt es bekanntlich nicht. Oder vielleicht doch, aber wenn, dann sind wir jedenfalls nicht dazu in der Lage sie zu erkennen - oder jedenfalls nicht dazu in der Lage das zu beweisen.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Wenn dann die Freiheit wirklich in Gefahr ist...

...dann scheint das keinem aufzufallen.
Gestern hat das Ungarische Parlament ein Mediengesetz verabschiedet, das jeder Beschreibung spottet. Damit wird eine Behörde geschaffen die jedwede Äußerung in aller Art Medien kontrollieren kann und bei "unausgewogenheit" oder Bedrohung der "öffentlichen Sitten" erhebliche Geldstrafen aussprechen kann. Mehr braucht man wohl nicht wiederholen. Zwar berichtet der Spiegel darüber, scheint es aber nicht für all zu wichtig zu nehmen.
Die "Alternativen Medien" wie z.B meine Lieblinge bei Schall und Rauch scheinen das aber gar nicht wahr zu nehmen. auch auf anderen Kanälen totale Funkstille.

Sonntag, 21. November 2010

Wo das Öl herkommt

Hurra, das Öl, von dem wir alle abhängen ist eigentlich gar nicht endlich, so wie das von den bösen Peak-Oil- Theoretikern behauptet wird, sondern es wird ständig neu produziert.

 Das jedenfalls behauptet laut unserem Freund freeman ein Professor Kutcherov. Und damit haben natürlich mal wieder alle unrecht, die sagen dass Öl eine endliche Ressource ist.
Dabei ist diese Theorie so neu nicht. Bereits in den fünfziger Jahren gab es solche Vermutungen in Russland. Und bis heute gibt es Leute, die weiter daran glauben. Die Fakten sprechen jedoch eher für das, was die meisten Wissenschaflter glauben: Dass Rohöl nichts anderes ist als der Rest biologischer Aktivitäten aus früheren Zeiten. So etwas ist natürlich nicht so einfach zu beweisen. Denn eine Prozess nachzuvollziehen, der einige Millionen Jahre dauert ist eben nahezu unmöglich.

Da kommt der Professor Kutcherov natürlich gerade recht, wenn er beweist, dass die ganze Fachwelt unrecht hat, er dagegen recht und somit gleich auch noch den Nachweis antritt, dass die ganze Wissenschaftler-Bagage von allen möglichen Leuten gekauft ist.
Aber was hat der Kutcherov jetzt eigentlich bewiesen?

Was er selber behauptet, ist tatsächlich nur, dass er unter den Bedingungen, die in der Erdkruste bestehen Methan erzeugt hat. Das ist zwar die absolute Voraussetzung um längerkettige Kohlenstoffverbindungen zu erzeugen, aber eben nicht hinreichend dafür, dass die tatsächlich so entstehen. Denn dafür  werden dann noch erheblich aufwändigere Verfahren benötigt. Für freeman ist das aber gleich ein Beweis.

Und die Schlussfolgerungen die er daraus zieht sind nicht weniger Haarsträubend:
Was uns die Erdölkonzerne, Geologen, Gelehrten und Medien erzählen, Erdöl ist fossilen Ursprungs und hat sich nur einmal in der Erdgeschichte vor 500 Millionen Jahren entwickelt, ist komplett falsch. Tatsächlich wurde noch nie diese biotische Theorie bewiesen, sondern sie wurde ungeprüft über die letzten hundert Jahre gelehrt und als richtig angenommen. Es ist ein völliger Irrtum oder in Wirklichkeit, eine bewusst platzierte Desinformation.
Die Erdölkonzerne, die vom bewußten Stoff abhängen erzählen also seit hundert Jahren ein Lüge, die sie am Ende selber ruiniert. Denn nichts anderes würde die dann nicht notwendige Anwendung alternativer Energien ja bedeuten. Schon sehr schlüssig...

Der Weg zur Erkenntnis...

Mein Lieblingsblog "Schall und Rauch" veröffentlicht diese Woche einen Beitrag, der sehr zur Selbsterkenntnis beitragen könnte. Könnte. Wenn der Herr freeman mal auf seine eigenen Vorschläge hören würde...

Aber, wie er selbst schreibt: "Statt offen nach Informationen zu suchen, die entweder eine Meinung bestätigen oder widersprechen, suchen Menschen nur das raus was sie sowieso schon glauben.", was nicht nur das Ergebnis einer Studie ist, sondern auch die Erkenntnis, die einen ereilt, wenn man dem Blog "Alles Schall und Rauch" folgt.
Und dann führte er uns das auch gleich noch live vor:

Ein gutes Beispiel dafür ist der Glaube an eine Klimaerwärmung, angeblich verursacht durch das vom Menschen produzierte CO2. Egal was man an gegenteiligen Fakten bringt, der Glaube ist unerschütterlich, denn die Gläubigen haben das emotionale Gefühl, sie tun was gutes für die Umwelt. Das CO2 mit dem Klima gar nichts zu tun hat oder dass das Klima sich eher abkühlt, ja sogar das ein wärmeres Klima sowieso besser wäre, ignorieren sie. Das führt dann so weit, dass die Klimawissenschaftler die gemessenen Temperaturdaten nach oben fälschen, nur die Daten von Thermometern von den wärmsten Orten selektiv verwenden, die ihren Glauben an eine Klimaerwärmung bestätigen.
 
Meines Wissens weiß jeder Wissenschaftler, dass ein globale Erwärmung lokale Abkühlung bedeuten kann. Und sicher kann ein wärmeres Klima in einigen Regionen Verbesserungen bedeuten,  was aber leider für andere kein Trost sein wird.
Und "Die Klimawissenschaftler" fälschen dann in einem kollektiven Akt alle ihre Daten. Wohlgemerkt, ohne auf nennenswerten Widerstand in der Welt der Wissenschaft zu stoßen. (Ausser dem einiger Lobbyisten der Energieindustrie?)
Alle Wissenschaftler die ich kenne sind rund um die Uhr damit beschäftigt zu versuchen Ihre eigenen Theorien zu Fall zu bringen.
 
Dann werden wir auch noch logisch:

Auch wenn ihr selber nur logisch denkt, viele Menschen treffen ihre Entscheidungen basierend auf Emotionen und falschen Annahmen. Die Erfahrung zeigt, die Fakten sind weniger wichtig um jemand zu überzeugen. Wichtiger ist oft die Art und Weise und der Rahmen mit denen man die Fakten präsentiert. 
 
Genau so, wie das in Schall und Rauch praktiziert wird.
 
Dann gibt es eine kleine Gruppe von Leuten die nichts glauben, egal wie und was man ihnen erzählt, nach dem Motto, es kann nicht sein was nicht sein darf. Die sind Zeitverschwendung und sollte man links liegen lassen. Aber bei den meisten funktionierts.
 
Genau. Denn echte Informationen sind für Herrn freeman nicht glaubwürdig.

Dienstag, 16. November 2010

Schall und Rauch

Schall und Rauch, zu erreichen unter http://alles-schallundrauch.blogspot.com/ ist eine meiner "liebsten" Verschwörungsseiten. Deutlich von Seiten wir INfowars.com beeinflusst, fraget ich mich, was ist eigentlich deren Ziel?

Ganz offensichtlich muss man die Leute, die solche Dinge betreiben politisch eher Rechts einordnen, obwohl sie in einigen Positionen schon fast linksradikal wirken.

Heute zum Beispiel (20.7.2010), beginnen die neuesten Meldungen mit den Zeltstädten, die in San Diego angeblich für Kriegsveteranen eingerichtet wurden. Angeblich deshalb, weil ich mir nicht die Mühe gemacht habe das komplett zu recherchieren. Offensichtlich gibt es in San Diego tatsächlich eine Versammlung von Veteranen, die aber offensichtlich nicht nur aus San Diego sind. Aber Details sind bei Schall und Rauch auch gar nicht so wichtig.

Weiter geht es mit einem Bericht darüber, dass in Kalifornien offensichtlich ein Krieg ausbricht, weil die Stadt Oakland Polizisten entlässt und das der WikiLeaks Gründer Julian Assange von "Agenten" auf einer Konferenz gesucht wird.

Nach einem weiteren Ausflug in die amerikanischen Arbeitslosenzahlen kommen wir endlich zu einem der Lieblingsthemen von Schall und Rauch, die "Bilderberger". Das ist eine ganz erstaunliche Verschwörung, die seit mehr als 50 Jahren die Weltregierung anstrebt - oder so ähnlich. Tatsächlich treffen sich Prominente Personen jedes Jahr in einem anderen Land und beraten unter vereinbartem Stillschweigen Ideen und Probleme diskutieren. Das kann man in Wikipedia nachlesen unter Bilderberg-Konferenz.

Natürlich sind solche Informationen für den Mainstream aufbereitete Fehlinformationen, die nur dazu da sind die "Schafe", also jeden von uns, weiterhin im Schlaf zu halten. Denn in Wahrheit beweißt der alleinige Fakt, das "die" Reichen und Mächtigen sich ohne die Presse treffen hinreichend, das es da nur um eines gehen kann, nämlich wie sie noch Reicher und Mächtiger werden können.

Es mag ja durchaus sein, dass der eine oder andere genau das im Sinn hat. Würde er das aber laut mit anderen Besprechen? Bei einer Veranstaltung mit mehreren hundert Teilnehmern? Die dann alle hinterher dicht halten müssen, damit die dunklen Pläne und Beschlüsse in die Tat umgesetzt werden können? Wohlgemerkt: Die Zusammensetzung der Teilnehmer wechselt jedes Jahr. Der Kreis der Verschwörer, von denen seit mehr als 50 Jahren noch nie einer geredet hat, ist also noch weitaus größer.

Da verlangt aber einer von mir ein ganz schöne Anstrengung um das zu Glauben.

Wie die Methoden von Schall und Rauch funktionieren, habe ich an einem Beispiel verfolgt, in dem der Betreiber der Website eine kuriose Theorie verfolgt, nämlich der, dass das allseits beliebte Erdöl nicht etwa durch Fossile Vorgänge entstanden ist, sondern ganz einfach im Erdinneren entsteht.

Wer genau recherchiert, wird finden, das diese Theorie schon relativ lange durch die Welt geistert. Im 20. Jahrhundert gab es einige russische Wissenschaftler, welche die Theorie verfolgten, das Erdöl entstehe in tieferen Schichten durch Mikroben die die dort erzeugten. Wer Andreas Eschbachs Buch "Ausgebrannt" gelesen hat, der kennt diese (und andere Interessante) Hypothesen, die leider nicht ganz haltbar sind.

Nun ist wieder ein russischer Wissenschaftler aufgetaucht, der diesmal ein Experiment durchgeführt hat um nachzuforschen was mit Kohlenstoff unter den Bedingungen im tiefen Erdinneren passiert. Offensichtlich konnte er nachweisen, das ein erster Schritt hin zu einer einfachen Verkettung der Kohlenstoffatome stattfinden kann. Das wäre die Voraussetzung dafür, das irgend etwas weitergehendes passiert. Das wirft natürlich alle anderen Theorien sofort um. Und ein paar physikalische Gesetze gleich mit...


Doch dazu später mehr.